
Kreativ mit Graffiti!

Kinder brauchen eine Lobby. Hier haben sie eine ganz besonders kreative, vielseitige, bunte, fürsorgliche und sogar kostenlose. Der Abenteuerspielplatz des Aachener Kinderschutzbundes am Kirschbäumchen, nicht weit vom Prager Ring, ist das ganze Jahr über für Kinder und ihre Familien ein beliebter Treffpunkt. Hier kümmern sich drei hauptamtliche Kräfte und zusätzlich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer um Aachens höchstes Gut: Kinder.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Jahr 2025 bietet der Kinderschutzbund Aachen noch bis Ende 2026 einen Graffiti-Workshop mit dem freiberuflichen Aachener Street-Art-Künstler Benjamin Pfennings an. 44 Termine gibt es (immer dienstags von 14.30 bis 16.30 Uhr) auf dem Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen“ bis Dezember, der Start war im Mai. Die Kinder und Jugendlichen entdecken Kreativität und Ausdruck, Farbe und Form, Improvisation und Komposition. Sie lernen ihre Stärken und Schwächen kennen in einem spielerischen Umfeld und in der Atmosphäre eines großzügigen Terrains: rund 10.000 Quadratmeter Abenteuer.
„Sprühfarbe trifft Papier. Ein Strich wird zur Figur, eine Fläche zur Aussage.“ So formuliert der Kinderschutzbund das ehrgeizige Projekt. Die Arbeit mit Sprühdosen, Acrylfarben, Stiften und Pinseln auf verschiedenen Materialien und Untergründen macht Spaß. Der Wechsel zwischen freiem Gestalten und dem Erlernen von Techniken bietet eine enorme Vielseitigkeit. Mal entstehen Einzelwerke, mal Produkte gemeinsamer Arbeit.

Luisa Hoffmann, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, ist von dem Konzept überzeugt, und die bisherigen Erfahrungen, auch schon aus dem vergangenen Jahr, bestätigen sie. „Das Besondere am Graffit-Workshop ist, was im Hintergrund passiert; denn durch das kreative Tun finden auch sensible Gesprächsthemen einen Raum.“ Die Kinder und Jugendlichen fragen sich gegenseitig, was sie da sprühend gemalt haben, und so entstehen interessante Gespräche.

Im Schnitt nehmen sechs bis acht Kinder für je zwei Stunden teil. Leider wurden zwei aufeinanderfolgende Förderanträge bei der Stadt Aachen und beim „Kulturrucksack“ der Städteregion für 2026 abgelehnt. So muss der Kinderschutzbund das Angebot aus Eigenmitteln, sprich Spenden, finanzieren. Der Rotary Club Aachen hat jetzt kurzfristig mit einer Spende von 4000 Euro geholfen. Viele Kinder stammen aus sozial oder wirtschaftlich belasteten Familien, gerade deshalb ist die Nachhaltigkeit des Projekts wichtig – auch mit weiteren Spenden.
Der Graffiti-Workshop sei kein Mal- und Bastelkurs, sagen Luisa Hoffmann, Nina Schröter, Bereichsleiterin, ihre Stellvertreterin Joyce Koll und Silas Zeller, die hauptamtlichen Kräfte auf dem Abenteuerspielplatz. Es gehe um die Stärkung des Selbstwertgefühls. Brigitte Radke, Vorsitzende des Aachener Kinderschutzbundes, sieht das Projekt als dauerhaften Teil der Programmstruktur des Spielplatzes.
„Kinder, die kreative Ausdrucksformen kennen, haben das Werkzeug fürs Leben“, heißt es im Förderantrag.
Den Spielplatz gibt es seit rund 40 Jahren, und er wurde kontinuierlich ausgebaut. Bei den Ferienspielen sind in diesem Sommer 150 Kinder drei Wochen lang betreut worden. Auf dem Gelände, das der Stadt Aachen gehört, gibt es zahlreiche Angebote – vom Hüttenbau über die Schmiede und ein Piratenschiff bis zu einer riesigen Freispielfläche. Brigitte Radke: „Hier muss sich niemand anmelden, jeder kann kommen, wenn er das will, alles ist kostenfrei und wird pädagogisch begleitet. Es ist das niederschwelligste Angebot in Aachen!“
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist für Kinder von 6 bis 16 Jahren, dienstags bis donnerstags 14 bis 18 Uhr, freitags 14 bis 16 Uhr. Der Jugendtreff für Jugendliche von 11 bis 16 Jahren ist freitags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Zudem gibt es viele andere spezielle Angebote, darunter Familientage. Infos unter www.kinderschutzbund-aachen.de/abenteuerspielplatz. Spendenkonto DKSB Aachen, Verwendungszweck Abenteuerspielplatz, IBAN DE21 3905 0000 0000 0285 30, BIC AACSDE33
Dieser Bericht ist in der AACHENER ZEITUNG vom 25.8.2026 erschienen. Vielen Dank dafür!