Wölfe, Menschen und die Eifel

Wölfe, Menschen und die Eifel

Olaf Müller hat einen neuen Roman geschrieben, wir begegnen Menschen und Wölfen und vor allem einer in die Hysterie getriebenen Region: „Eifelgrau – Jagd der Wölfe“. Natürlich treffen wir auch diesmal das bewährte Ermittlerteam Conti und Fett.

Müller holt in seinen Romanen lokale Aspekte, also Straßen, Plätze, Kneipen, Theater, Landschaften, Namen und Spitznamen, den Mikrokosmos städtischer Gesellschaften und ihre bedeutungsschweren Protogonisten und vieles Interessante mehr ins Zentrum literarischer Schilderungen auf die Bühne seiner Inszenierung. Das verleiht seinen Krimis einen imaginären Überbau, der allen seinen bisherigen Werken die Stabilität des Vertrauten schenkt. Er garniert es mal mit einem schelmischen Augenzwinkern, mal mit einer Süffisanz, die die Lesenden, und die meisten haben reichlich Erfahrung mit lokalen Erscheinungen, zustimmend und amüsiert zur Kenntnis nehmen.

Das macht Müllers Romane zu guten Bekannten, die sich von üblicher Routine allerdings durch ihre Flexibilität und ihre überraschenden Handlungen unterscheiden. Jetzt sind es die Wölfe, die in unsere Region eindringen und damit auch in die Thematik des neuesten Werkes von Olaf Müller. Selbst bei ihnen gibt es zwei Hauptrollen, es gibt Verschwörungen, die bis zu Putins Militärgeheimdienst und französischen Geheimdiensten reichen, es gibt falsche Fährten, es gibt internationale Verbindungen und Verwicklungen, die diesmal von der Eifel bis in die Vogesen und nach Straßburg reichen, zum Beispiel.

Erörtert werden die uns aus der realen Medienwelt bekannten unterschiedlichen Perspektiven der Duldung von Wölfen einerseits und andererseits der Schrecken, die sie mit ihrer Aggressivität nicht nur bei Schafzüchtern provozieren. Das Ganze spielt sich wie immer bei Olaf Müller auf der Basis seriöser Recherche ab. Die Kombination mit Fiktion gehört zu den Werkzeugen und Kunstgriffen seiner Romane, mal mehr, mal weniger. In „Eifelgrau“ lässt der Autor seiner Phantasie freien Lauf.

Die Rezeptur

So ergänzt das jüngste Werk ideal die bisherige literarische Tonleiter, die stets so viele Dur- und Moll-Facetten zwischen Spannung und Komik kapitelweise in petto hat. In seinen Romanen trifft Phantasie Historie, Dramaturgie Realität, Wissenschaft kriminelle Energie. Erinnerungen an die Ereignisse in jüngerer Vergangenheit, die uns alle im Alltag begegnet sind und uns auch betroffen oder betroffen gemacht  haben, gehören ebenso zur erfolgreichen Rezeptur wie Typen – vom eher dümmlichen Gauner über den Mafiosi bis zum toten Weihbischof.

 Es gibt eben immer neue Überraschungen, Wendungen, und stets überzeugen die Verbindungen dieser Geschichten mit der Lokalität, die eine kongeniale Bühne darstellt. Also: Lesen Sie „Eifelgrau“; denn grau ist hier nur der Titel!

Fotos: Bernd Mathieu

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