
Rein in den Bus!

Man findet das optimal und für den ÖPNV, den Öffentlichen Personen-Nahverkehr, und die Umwelt, das Klima und das gute Gewissen einfach nur super. Bus statt Auto, wenn’s denn geht.
Schon 1991, also vor immerhin 35 Jahren, haben wir in der damaligen Aachener Volkszeitung für den Umstieg vom Auto auf den Bus geworben. Wir haben damals ein richtig großes und gültiges Ticket auf die Titelseite gedruckt: „Diese Zeitung ist Ihr Fahrschein“. Geschenkt für eine Woche. Und weiter hieß es: „Umdenken und umsteigen!“ Motto „Raus aus dem Stau“. Der „Aachener Volkszeitung“ und der „ASEAG“ sei Dank! Ja, so modern und noch gegen den Trend war das damals.
Und heute: Zahlt man beim Lösen eines Einzeltickets von Baesweiler nach Aachen (20 Kilometer) für eine einfache Fahrt mit dem Bus 13,90 Euro, weil man zum Oberzentrum über Alsdorf, Würselen nach Aachen fährt und somit in die teuerste Preisstufe 3 eingruppiert wird. Aus allen anderen Kommunen in der Städteregion ist es günstiger, sogar von Monschau aus, das 35 Kilometer von Aachen entfernt ist, mit 5,50 Euro.
Der Trost: Mit dem Ticket in Preisstufe 3 kann man von Baesweiler bis Köln fahren. Da kommt doch Freude auf! Kölle, wir kommen!
Der innovative Aachener Verkehrsverbund, jetzt im Rheinlandtarif zuhause, weist zur Umgehung des unverschämt teuren Einzeltickets nonchalant auf die Eezy.nrw.-App hin. Hier ist es billiger, weil die Strecke nach tatsächlich gefahrenen Kilometern berechnet wird. Dann kostet es nach Aachen nur 5,98 Euro.
Wer nur selten die Busse der ASEAG nutzt, kann nicht spontan einsteigen, sondern muss erst die App herunterladen und fürs Bezahlen eine Karte hinterlegen. Richtig: Für den, der’s irgendwo gelesen hat und weiß, kein großes Problem, aber eine kundenorientierte Werbung für den Bus und das Klima ist das wohl kaum.
Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?! Das Problem wäre doch mit gutem Willen und dem Überspringen anscheinend gigantischer bürokratischer Hürden zu bewältigen. Oche und ASEAG, Alaaf!