Der Gegenentwurf.

Der Gegenentwurf.

Der handytippende Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt ist ein eklatantes Beispiel für das „Niveau“ der neuen extremen Zeit. Herablassend, verächtlich, würdelos.

Alice Weidel fordert in einem Interview mit dem britischen „Economist“, Deutschland soll „Druck auf den ukrainischen Präsidenten ausüben“, um den Krieg zu beenden. Merke: nicht auf Trumps Freund Putin. Also sofortige Kapitulation und Unterwerfung. Sie setzt auf das Motto „Deutschland zuerst“, etwa indem man Donald Trumps Diesel-Deal mit Russland nachahme.

In Berlin führen nun die Linke, die SPD und die Grünen – wie nicht anders zu erwarten war – Koalitionsgespräche. Es wird gewiss zur Koalition kommen, und unsere Hauptstadt wird dann eine extrem linke Regierende Bürgermeisterin haben.

Die neuesten Umfragen zeigen uns, dass die AfD auch in Nordrhein-Westfalen auf dem Vormarsch ist und der CDU, die Einbußen nahe zehn Prozent verzeichnet, bedrohlich nahe kommt.

So verändert sich die politische Landschaft unserer Republik rechts wie links und in der erschreckend schwach gewordenen Mitte.

 Trotzdem oder gerade jetzt erst recht: Engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich um unsere wunderbare Demokratie Sorgen machen, überzeugen mit Aussagekraft und gelegentlich auch mit Provokation auf dem unerschütterlichen Weg zu Neuem, das unsere Gesellschaft positiv verändert, wirklich reformiert und zukunftsfest macht. Wir haben in Deutschland die ökonomischen, wissenschaftlichen und patentveredelten Ressourcen dafür!

Menschen, die für unsere Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen, besitzen Verantwortungsgefühl und können mit der Diskordanz zwischen Empörung und sachlicher Erörterung souveräner umgehen, als das zurzeit überbordend in Parteien und Medien der Fall ist. Sie entlarven allzu kleinkarierte partei- und koalitionspolitische Partikularinteressen als überflüssigen und momentan überhaupt nicht angebrachten schädlichen Wahlkampfmodus, der die Stabilität unserer Demokratie gefährdet. Sie sind nicht auf nahe liegende Denkmuster festgelegt.

Noch haben wir Optionen, noch können wir Entscheidungen treffen. Noch können wir uns Sorgen machen. Noch können wir Ziele formulieren, Strategien entwickeln, vor allem aber einmal getroffene Vereinbarungen endlich auch mal realisieren. Noch haben bei der jüngsten Bundestagswahl 80 Prozent nicht die AfD gewählt. Noch können wir die Umfragen wieder positiv beeinflussen. Noch müssen wir keine Rückblende auf ein untergegangenes Land machen. Noch ist Europa kein kunsthistorisches Museum.

Schaffen wir, jeder für sich persönlich, einen Gegenentwurf zur Empörungs- und Inszenierungswut. Das wird der Demokratie gut tun.

4 Kommentare zu „Der Gegenentwurf.“

  1. Lieber Bernd, du hast vollkommen Recht mit deinem zutreffenden Beitrag. Auch mit dem Hinweis, dass wir etwas tun können. Dafür müsste es aber ein Format geben, in dem jeder sich einbringen kann, neutral, offen und überparteilich. Gibt es das bereits (?) Oder eine Chance dafür?

  2. Genau so ist leider bei uns! Wenn wir so weitermachen – und dabei verstehe ich vor allen Dingen nicht unsere Mitbürger in der ehemaligen DDR – haben AfD und BSW genau das erreicht, was sie wollen! Die brauchen doch nichts zu machen oder zu sagen, was sie wollen wenn sie mal an der Macht wären – die müssen nur alles schlecht machen, was unsere „Politiker(innen)“ zur Zeit für die Bürger, Wähler und Wählerinnen tun. Die aktuell gewählten Abgeordneten der Regierung merken scheinbar in ihrer „Berliner Blase“ gar nicht, was in der normalen Bevölkerung geschieht! Macht doch endlich mal die Augen auf, bevor es zu spät ist!! Ich gehöre weder einer Partei noch irgend einer politischen Vereinigung an und sehe als normaler Mensch, was z.Zt. hier schiefläuft und unsere Demokratie zerstören könnte!

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