Das Aachen-ABC 2022, Teil 2

Das Aachen-ABC 2022, Teil 2

Heute geht es weiter mit Teil 2 meines im Magazin BAD AACHEN erschienenen Beitrags Aachen-ABC 2022.

Einzelhandel. Er bleibt auch 2022 in der kaum zu kalkulierenden Abhängigkeit der Inzidenz. 2G ist zum Alltag geworden. Und zur Belastung. Alternativen wird es vorerst nicht geben. 2G-Einkäufe sind deshalb im neuen Jahr nicht nur attraktiv, sondern auch ein Zeichen der Solidarität; denn ohne Einzelhandel stirbt jede Innenstadt. Kein noch so gelungenes Reallabor könnte das ausgleichen.

Fehler. Gibt es immer wieder. Einer der kuriosesten und ärgerlichsten passierte in der Großkölnstraße mit Betonmassen, die versehentlich in den Kanal gerieten und für unangenehme Verstopfungen und erhebliche Zeitverzögerungen sorgten. Noch eine langfristige Baustelle, eine völlig unnötige. Wenigstens auf solche unplanmäßigen Eskapaden können wir 2022 gerne verzichten.

G. 2G. Der Buchstabe wird in dieser Kombi auch 2022 weiterhin die Eintrittskarte für Einzelhandel, Kultur, Sport, Freizeit und Gastronomie bleiben. Wie schnell man sich daran gewöhnen oder zumindest damit abfinden kann, ist erstaunlich. Hoffentlich kapieren das bald die letzten Impfgegner*innen. Dass sie die zahlreichen Hinweise auch Aachener Mediziner nicht überzeugen, ist ebenfalls erstaunlich. Und ärgerlich!

Handlungsbedarf. Der besteht in der City beim Thema Spielplatzkonzept. Und das nicht erst, seitdem unter Dekra-Auflagen das Spielschiff von Bonifatius Stirnberg einfach und ersatzlos weggeräumt wurde. Die als „kinderfreundlich“ zertifizierte Stadt hat da ein nicht zu leugnendes Defizit. 2022 sollte aus guten Ideen ein gutes Konzept mit einer guten und zeitnahen Realisierung entstehen, Menschenskinder!

Innenstadt. Es bleibt auch 2022 Thema: Wie machen wir aus vielen Einzelinteressen eine Gesamtstrategie? Eine Gesprächskultur in einem ideologiefreien Raum hat sich 2021 noch nicht wirklich entwickelt. Zu oft wird der Autofahrer im Innenstadtverkehrsbegegnungsalltag auf seine Rolle als natürlicher Feind des Radfahrers reduziert – und umgekehrt. So verbissen kommen wir nicht weiter.

Johannis. Der Staatspräsident aus Rumänien hat zu ungewöhnlicher Zeit – an einem Samstag im Oktober – den Karlspreis bekommen. Unabhängig von diesem Festakt hat sich der Internationale Karlspreis entwickelt und vielfältig aufgestellt, und das weckt Vorfreude auf 2022. Das Karlspreis-Direktorium hat einstimmig beschlossen, den nächsten Karlspreis an drei mutige und für die Demokratie in Belarus kämpfende Frauen zu verleihen: an Swetlana Tichanowskaja, Veronika Tsepkalo und Maria Kolesnikowa. Eine sehr gute Entscheidung! Und: Wie kreativ, nachdenklich, aufrüttelnd, fordernd, engagiert, politisch, agil sind die zahlreichen jungen Menschen aus Europa, die sich für den Jugend-Karlspreis bewerben. Sie sind Europas Zukunft, Europas Stärke, Europas Überlebensversicherung. Man wünschte sich einige von ihnen im Karlspreis-Direktorium. Man sollte bald zumindest über einen institutionell verankerten Beirat mit Jugend-Karlspreisträgerinnen und -trägern nachdenken.

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