Winterfest.

Winterfest.

Die CDU bricht auf.

In die Zukunft.

Sie lässt all das Pech, alle Pleiten und Pannen der jüngeren Vergangenheit endgültig hinter sich.

Sie entscheidet sich für eine Zäsur. Für einen radikalen Neuanfang.

Damit sich was ändert. Inhaltlich. Personell.

Die Damen und Herren der Basis dürfen sich entscheiden zwischen drei Zukunftshoffnungen.

Helge Braun. Der Dauer-Lächler aus dem Kanzleramt hat seine Kandidatur offiziell angemeldet. Warum tut er das? Mit welchem Anspruch? Mit welchem Signal? Mit welchem Team? Vor allem: mit welcher Kompetenz, die uns bislang verborgen geblieben ist?

Friedrich Merz. Verloren gegen Kramp-Karrenbauer. Verloren gegen Armin Laschet. Aller guten Dinge sind drei: Ist das der neue CDU-Slogan, und fängt mit 66 tatsächlich Merz‘ steile Karriere erst richtig an? Und mit ihr die neue große Zeit der CDU?

Norbert Röttgen. Seine zweite Chance. Vielleicht noch die beste aller nicht wirklich guten Lösungen.

Die Union steckt im neuesten Politbarometer bei 20 Prozent fest. Ganz unten. Warum das wohl so ist?

Die CDU bricht auf. Oder ab? Ihr Zustand ist weiterhin nicht gut für unser Land, weil der momentane Totalausfall dieser Volkspartei (und das Potenzial hat sie immer noch) der wenig souveränen, flackernden Ampel das Leben viel zu leicht macht. Da kann der Worthülsen-Meister aus Hamburg ungestört und unverbindlich formulieren. „Winterfest“ nennt er das.

Pardon: So kommen wir nicht ungeschoren durch den Winter in Deutschland. Es wird höchste Zeit, das allseits um sich greifende Politikversagen umgehend zu beenden. Parteien sind Katalysatoren für gemeinwohlorientiertes Handeln. Zurzeit ist davon wenig zu spüren – so mit sich selbst beschäftigt, die einen noch immer geschäftsführend, die anderen noch immer sondierend, keiner regierend.

Es hat in dieser Phase einer gewissen Ratlosigkeit jedoch keinen Zweck bitter zu werden. Oder gar zynisch. Aber zumindest mit der verbalen Romantik sollte Schluss sein. Nein: Wir sind nicht winterfest. Das Volk verträgt die Wahrheit. Auch von einem Demnächst-Kanzler.

2 Gedanken zu „Winterfest.

  1. Es wächst leider immer mehr die Erkenntnis, dass die noch regierende und die demnächst regierende Koalition eines gemeinsam haben:
    sie sind zu zögerlich,
    – die erforderliche Wahrheit den Menschen zu sagen,
    – unangenehme, aber notwendige Einschränkungen zu erlassen.
    Fazit: die Warnungen der Wissenschaftler werden eintreten- es wird einen harten Corona-Winter geben.

  2. Die verantwortlichen Politiker haben es durch unnötiges Abwarten und mutloses Entscheiden geschafft, dass ein großer Teil der Bevölkerung der Wissenschaft misstraut.
    Die meisten Medien haben es durch voreilige Vermutungsberichterstattung und fehlende klare Erläuterungen geschafft, dass die Menschen sich überfordert fühlen durch immer wieder „neue“ Informationen.
    Das „Netz“ hat es geschafft, dass überwiegend die Fehl-/Falsch und Verschwörungsmärchen gehört/gelesen werden und sich NICHT die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erklärungen durchsetzen können.
    Wir müssen es schaffen, dass „Vertrauen“ in die Gesellschaft zurückkehrt. Wir müssen lernen, dass Erklärungen nicht in Schlagzeilen funktionieren. Wir müssen lernen, dass unsere Gesellschaft komplex ist und auch kompliziert. Dazu braucht es Politiker, die sich um eine verständliche Sprache bemühen und nicht durch angeblich akademisches Geschwurbel „glänzen“ wollen.
    Womit wir beim größten Problem-Komplex unserer Gesellschaft sind: die mangelnde Bildung mit einseitiger, industriekonformer Wissensvermittlung und die totale „Hintanstellung“ aller Kultur-Aspekte.

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