Mobilität: Aachen nur auf Platz 25 von 29 Städten

Mobilität: Aachen nur auf Platz 25 von 29 Städten

Beim Thema Mobilität kann Aachen im Vergleich zu anderen deutschen Städten noch nachlegen: Aachen landet auf Platz 25 von 29 untersuchten mittelgroßen Städten. Eine vom ADAC jetzt präsentierte Studie vermittelt Details. Fazit: Nachholbedarf ist vorhanden. Die Studie ist ein weiteres gutes Argument für die neue Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und die sie unterstützende größte Ratsfraktion – die Grünen. Noch unzufriedener mit der Mobilität in der Innenstadt sind nur die Einwohner und Einpendler von Lübeck, Wuppertal, Krefeld und Mönchengladbach. Am besten hat Münster abgeschnitten. Befragt wurden Einwohner, Pendler und Besucher. Aber: Es sind selbst bei den unten platzierten Städten wie Aachen von den Befragten mehr zufrieden (33 Prozent mit Note 1 oder 2) als nur unzufrieden (19 Prozent mit Note 5 und 6), wie diese Grafik zeigt:

Im Erhebungszeitraum vom 7. Oktober bis zum 7. November wurden 11637 Interviews mit Personen ab 18 Jahren geführt, etwa 400 pro Stadt im Durchschnitt. Aachen ist unter den 29 Städten diejenige mit den meisten Einpendlern. In Aachen beträgt das Verhältnis zwischen Einwohnern und Einpendlern 62:38. Etwa zwei Drittel der Menschen, die sich in der Innenstadt bewegen, wohnen also gar nicht in Aachen. Das wird bei allen ehrgeizigen Mobiltätskonzepten zu berücksichtigen sein. Aber auch Münster, das im Gesamtergebnis auf Platz eins liegt, hat eine ähnlich hohe Einpendlerquote wie Aachen und offensichtlich das Problem besser gelöst, wie die Zufriedenheit aller dort Befragten vermuten lässt. Jedem Unzufriedenen in Münster stehen vier Zufriedene gegenüber.

Bei der Zufriedenheit mit dem ÖPNV landet Aachen auf dem viertletzten Platz, beim Teilindex Fahrrad auf dem fünftletzten, hier liegt Münster auf Platz eins vor Karlsruhe, Oldenburg, Freiburg und Kiel. Auch beim Teilindex Fußgänger ist Aachen nur Fünftletzter, allerdings überwiegt hier die Zufriedenheit bei den Befragten. Immerhin. Interessant auch: Beim Teilindex PKW landet Aachen im guten Mittelfeld auf Platz zwölf.

Das Verhalten von Radfahrern

In Aachen ist man vor allem mit dem (nicht immer regelkonformen) Verhalten von Radfahrern, der Höhe der Parkgebühren und dem Baustellenmanagement unzufrieden. Auch die zu geringe Breite der Radwege sorgt für Unzufriedenheit, im roten Bereich liegen hier ebenfalls die Mitnahmemöglichkeit des Fahrrads im ÖPNV und das Angebot an Fahrradstellplätzen in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen. Gut schneidet die Beleuchtung von Gehwegen und Überquerungen ab,

Alle Grafiken, Video und PDF-Datei auf www.adac.de („Mobil in der Stadt“)

Ein Gedanke zu „Mobilität: Aachen nur auf Platz 25 von 29 Städten

  1. Die Zahlen weisen erst einmal darauf hin, dass Mobilität in Aachen ein strittiges Thema bildet.
    Da finden sich in der Gruppe der Unzufriedenen Menschen, die sehr konträre Ansichten haben!
    Beispiel: Parkgebühren.
    Wer sie zahlen muss, neigt dazu, sie als zu hoch einzuschätzen. Wer Autos aus der Stadt verdrängen möchte, neigt dazu, sie als zu niedrig einzuschätzen. Beide Seiten sind mit dem status quo unzufrieden!
    Radverkehrsanlagen. Wer sie nutzt, fordert mehr. Wer sie nicht nutzt, den stören sie. Beide Seiten sind unzufrieden.
    Baustellenmanagement.
    Haben vergleichbare Städte auch solch einen Sanierungsbedarf im Kanalbereich, der großflächige und langandauernde Baumaßnahmen bewirkt?

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