Wer genau hinschaut.

Wer genau hinschaut.

Corona hat viele Kollateralschäden angerichtet. In der Kultur. In den Schulen und Hochschulen. Im Sport. Im Tourismus. Bei Kindern und bei Erwachsenen. Corona ist ein Virus, das auch unsere Psyche und damit das Innerste unserer Seele angreift und einer bis vor Monaten unbekannten Belastung aussetzt. Es hat unsere Gesellschaft und unser Verhalten fundamental verändert, und manches Talkshow-Gerede kaschiert nur mühsam eine nicht zu leugnende Ratlosigkeit.

Und doch hat dieses Corona-Jahr gleichzeitig den subtilen Glanz des menschlich Besonderen. Wer genau hinschaut, wird es finden: das eher stille Engagement der vielen Menschen in den Krankenhäusern und Seniorenheimen, in den Supermärkten und Rettungswachen. Die Liste dieser Hilfsbereitschaft, die oft weit über tarfilich vereinbarte Arbeitszeiten hinausgeht, ist lang. Wir erleben in dieser Krise viel Kompetenz, viel Solidarität, viel Respekt. Hier, im Mikrokosmos unserer Gesellschaft, gibt es keinen Mangel an Glaubwürdigkeit, Mut, Kraft und alltäglich gewordener Anteilnahme.

Diesen Menschen können wir natürlich ein frohes und gesegnetes Weihnachsfest wünschen, wenn sie denn in diesen Tagen tatsächlich die Gelegenheit dazu haben. Wir sollten aber nicht dabei stehen bleiben, sondern Politik und ganz besonders die Wirtschaft an gewisse Zusagen erinnern: Wertschätzung durch bessere Löhne. Das mag irgendwann zu höheren Steuern, Sozialabgaben oder Preisen führen. Das muss es uns wert sein, wenn wir es ernst meinen mit dem „Danke“.

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